Wenn so lange Zeit kein Beitrag mehr kommt, dann ist entweder nicht viel los mit Reisen, oder es reiht sich ein Ereignis an das nächste, sodass ich keine Zeit habe, hier etwas zu veröffentlichen. Was die letzten Monate in 2025 betrifft, würde ich sagen: beides ist der Fall. Es sind viele schöne Dinge geschehen, aber nicht genug Bilder entstanden, die hier hätten landen können. Mit der Ausnahme vom Mystic Creatures Festival und einer unvergesslichen Tour durch die Säxy Schweiz (formerly known as Sächsische Schweiz) im Anschluss.
Mystic Creatures Festival
Kaum gelandet, packte ich Nelson am Flughafen ein und wir fuhren nach Polen auf unser beider erstes mehrtägiges Techno Festival. Die liebe Franca hatte um Hilfe in ihrem Food Truck gebeten und so kam es, dass wir für zwei Standdienste dieses mystische Festival vier Nächte miterleben konnten. Neben der wirklich liebevollen Gestaltung spricht vor allem die besondere Lage für das Festival, denn bis auf den Zeltplatz spielt sich alles auf einer kleinen Insel auf einem See ab, die man über eine Brücke erreichen kann.
Am Stand haben wir also Kumpir verkauft, was nicht nur bei den Festivalbesuchern gut ankam. Am Ende fühlte ich mich auch wie eine Loaded Potato.
Mittlerweile gibt es auch ein Aftermovie, was die Stimmung noch besser einfängt:
Säxy Schweiz
Nach einem kurzen Zwischenstopp in Leipzig war die Abenteur-Crew vollständig.
Entgegen der Wettervorhersagen entschieden wir uns, für die nächsten 4 Tage kein Zelt mitzunehmen. Wir hatten ohnehin nur das 2-Personen-Zelt im Auto und spekulierten darauf, dass wir rechtzeitig zum Regen Boofen finden würden wo wir auch über Nacht trocken wären. Da wir es nicht anders gewohnt waren, gingen wir davon aus, Quellen für Trinkwasser unterwegs zu finden und sparten beim Wasser ebenfalls am Gewicht. Matratzen, gute Schlafsäcke, Essen und Kochutensilien gehörten allerdings sehr wohl zu unserem Gepäck.





Die dunklen Wolken kamen am ersten Tag in etwa so schnell wie die Realisation, dass wir nicht genug Wasser haben. Der Regen würde zu wenig sein, um ihn zum Kochen zu verwenden, also nutzte ich die Flüssigkeit aus den Konserven mit dem Rest Trinkwasser für den Eintopf, während Nelson und Valerie in der Dämmerung mit allen leeren Flaschen eine Quelle, die auf der Karte eingezeichnet war, aufsuchten. Eine gute Gelegenheit, dachte ich mir, dass sich meine zwei Lieblingsmenschen kennenlernen können. Umso blöder, wenn wir uns nicht mehr wieder fänden 😀 – Natürlich kamen sie munter zurück zum Lager, allerdings ohne Wasser, da die Quelle trocken war. Damit war klar, dass unser erstes Ziel das nächste Tal ist, durch das die Kirnitzsch fließt – denn dort gibt es eine Gaststätte mit fließendem Wasser, Bier und regionalen Speisen.
Gut gestärkt ging es weiter durch märchenhafte Wälder und Felsformationen, die sich keiner ausdenken kann. Ich liebe die sächsische Schweiz dafür, dass man zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hat, hier wäre etwas von Menschen angelegt. Die Natur hat ihre chaotische Schönheit voll entfaltet und kein Ort gleicht dem Nächsten. Als es gegen Abend wieder zu regnen begann, hatten wir auf 500m gleich 3 mögliche Boofen zu besichtigen. Wir entschieden uns für die größte, die gar nicht wirkt wie eine Höhle, weil ihr Vorsprung wie ein kolossaler Schiffrumpf über uns ragt. Darunter hatten wir genug Platz, um im trockenen Sand einen Regentanz zu tanzen und zu kochen.
Der nächste Tag führte einem eindrücklich die Schönheit der Vergänglichkeit und des Wandels vor Augen. Es ging durch dichtes Unterholz, welches durch die vielen umgestürzten Bäume kaum zu bezwingen war. Ohne GPS und Karte hätte auch keiner von uns vermutet, dass dort ein Pfad entlangführt. All die gefallenen Fichten sind vermutlich von Borkenkäfern befallen gewesen. Der Schädlingsbefall betrifft vor allem aufgeforstete Monokulturen und wird durch milde Winter begünstigt. In der Region wird das Totholz seinem Schicksal überlassen, weshalb die Stämme wie Mikadostäbchen kreuz und quer in der Landschaft liegen. Das freut die Pilze und begünstigt schnellen, vielseitigen Nachwuchs. Andererseits erhöht es auch die Brandlast, was 2022 zu großen, schwer kontrollierbaren Bränden führte. Mit dieser Tragödie im Hinterkopf war ich positiv überrascht, wie vielfältig und gesund der junge Wald beim Durchwandern auf mich als Laien wirkte. Wir empfanden ihn als wunderschönen Ur-Dschungel voller Potential und Lebensenergie, was kein Foto so hätte darstellen können.















































